Bass & E-Gitarren Verstärker kaufen: Tipps & Tricks

Du willst einen E-Gitarren Verstärker kaufen? Oder einen Verstärker für deinen Bass? Oder ein richtiges Gitarren Verstärker Set? Dann erfährst du mit unserem Ratgeber, welchen Bass oder E-Gitarren Verstärker du wirklich benötigst.

Wenn du E-Gitarre spielen willst und ordentlich abrocken möchtest, dann brauchst du einen starken Verstärker für die Gitarre. Doch die Welt rund um Verstärker, Topteile und Boxen kann schon sehr verwirrend sein 🙂

PS: Da der Sound sich immer aus Bass oder Gitarre und Verstärker ergibt, solltest du zum Verstärker kauf im Geschäft auch immer deinen eigenen Bass bzw. Gitarre mitnehmen.

Wie funktioniert ein Bass- oder Gitarren-Verstärker?

Wenn du deine Gitarre an einen Verstärker anschließt geht das Signal aus deiner Gitarre zuerst in den Vorverstärker deiner Gitarre. Der Vorverstärker nimmt das Signal und über die Regler: “Bass”, “Middle” und “Treble” kann dieses Signal von dir am Verstärker verändert werden. Wenn der Vorverstärker seine Arbeit getan hat, wird das Signal weiter in die Endstufe geleitet. Hier findet die “echte” Verstärkung statt. Die Endstufe nimmt das veränderte Signal aus dem Vorverstärker, macht es lauter und sendet dieses an die Lautsprecher.

Der “Gain”-Regler deines Verstärker ist für den Eingangspegel zuständig. Der “Volume”-Regler ist für den Ausgangspegel zuständig. Dies ist insbesondere bei Röhrenverstärker wichtig.

Fender Gitarrenverstärker

Verstärker kaufen: Die unterschiedlichen Bass und Gitarren-Verstärkerarten

Ein riesen Verstärker kann einen zarten Saiten-Anschlag in ein großes Gitarrengewitter verwandeln. Ein schlechter Verstärker kann deine beste Gitarre klingen lassen wie ein Haufen Schrott.

Zu Anfang müssen wir uns daher die vier Verstärker Arten ansehen, bevor du einen Verstärker kaufen gehst. Die Verstärkertypen sind:

  • Röhrenverstärker
  • Solid-State Verstärker
  • Digital- und Modelling Verstärker
  • Hybrid Verstärker
Combo Gitarrenverstärker

Röhrenverstärker

Röhrenverstärker oder auch Vollröhrenverstärker sind die klassischen Verstärkertypen. Sie haben in der Vorstufe sowie in der Endstufe Röhren die das Signal verstärken.

Der Klang durch Röhrenverstärker klingt dadurch ordentlich fett aber weiterhin sehr natürlich und weich. Durch diesen fetten Klang wird dem Gitarrenspiel dadurch viel Gewicht verliehen.

Weshalb aber besonders Röhrenverstärker bei Gitarristen und Bassisten so beliebt sind liegt an der natürlichen Verzerrung. Denn wenn man den Gain aufdreht aber das Volume niedrig hält, dann zwingt man die Röhren hart zu arbeiten und an die Grenzen zu gehen. Das Ergebnis ist dann eine natürliche Verzerrung, mit der Gitarristen seit Jahrzehnten herumexperimentieren.

Nachteile von Röhrenverstärker gibt es allerdings auch. Durch die Bauweise und die einzelnen Komponenten sind sie besonders schwer, häufig teurer und eine regelmäßige Wartung ist erforderlich.

Solid-State-Verstärker / Transistorverstärker

Solid State Verstärker nutzen anstatt Röhren Transistoren um das Signal zu bearbeiten und zu verstärken. Viele Gitarristen sind der Meinung, dass Transistorverstärker nicht so Reaktionsfähig und drückend sind wie viele glauben. Weiterhin sollen Solid-State-Verstärker eine dünnere Verzerrung liefern als Röhrenverstärker. gbar. Im Metal sind Solid-States gern gespielte Verstärker – siehe Dimebag Darrell.

Vorteile von Solid-State-Verstärkern sind insbesondere, dass sie meist leichter, billiger und weniger wartungsintensiv sind als Röhrenverstärker.

Digital- und Modelling-Verstärker

Digital- und Modelling-Verstärker haben unter eingefleischten Gitarristen oft einen schlechten Ruf. Nicht authentisch, nicht roh und halt “digital”. Vor einigen Jahren mag das auch noch der Wahrheit entsprochen haben, aber heutzutage gibt es doch schon einige richtig gute digitale Verstärker.

Digital- und Modelling Verstärker setzen anstatt von Röhren oder Transistoren digitale Technologie ein. Diese Technologie sorgt dafür, dass ein Verstärker wie ein Röhren oder ein Transistoren-Amp klingen soll. Die digitalen Verstärker sind dabei meistens nicht nur beschränkt auf einen speziellen Sound. Modelling Amps wie der Kemper Profiler kann unendlich viele Varianten von Gitarrensounds kreieren, wodurch man quasi den “God-Mode” hat beim spielen. Die Frage ist halt nur, ob man sich bei der ganzen Auswahl überhaupt auf einen speziellen Gitarrensound fokussieren kann oder immer abgelenkt wird, da man unbegrenzte Möglichkeiten hat.

Neben digitalen Amps gib es ebenfalls bereits einige digitale Verstärker, die sogar Lautsprecher simulieren. Ein gutes Beispiel dafür ist der Radar Mooer, der unterschiedliche Boxen wie die berühmten Marshall Boxen 1960 nachsimulieren kann. Dadurch habt ihr die Möglichkeit direkt vom Line Out des Radar Mooer in das Mischpult der PA des Konzertsaals zu gehen.

Hybridverstärker

Ein Hybridverstärker sind häufig erst Röhren verbaut und in der Endstufe sind Transistoren verbaut. Dadurch hat man den angenehmen Klang von Röhrenverstärkern mit der Kraft von Transistorendstufen kombiniert. Es gibt aber ebenfalls Amps mit digitalen Modeling-Vorverstärkern und einer Röhre als Endstufe verbaut.

Eigenschaften eines Verstärkers

Du weißt bereits, welche Art von Gitarren- oder Bass-Verstärker du haben möchtest? Sehr gut, dann können wir uns jetzt darum kümmern, auf welche Eigenschaften des Verstärkers du genau achten musst um zu entscheiden welchen Verstärker du genau kaufen solltest. Wir gucken uns deshalb diese Eigenschaften eines Verstärkers genauer an:

  • Wattzahl
  • Combo oder Topteil mit seperater Box
  • Lautsprechergröße

Wattzahl eines Bass- & Gitarrenverstärkers

Marshall Verstärker

Die Wattzahl beschreibt die Ausgangsleistung eines Verstärkers. Diese ist allerdings nicht skalierbar, daher kann man nicht sagen: “Je mehr Watt ein Gitarrenverstärker hat, desto lauter ist der Verstärker auch”.

Ich selber habe einen Randall V2 Verstärker, mit 400 Watt. Dieser ist aber nicht lauter als ein Marshall JCM 800 mit 100 Watt. Eine höhere Wattzahl bedeutet daher nicht, dass eine Verstärker auch lauter ist.

Watt hat größtenteils Auswirkungen auf die Endstufe und damit auf den sogenannten Headroom des Verstärkers. Je mehr Watt, desto länger bleibt auch das Ausgangssignal des Gitarrenverstärkers klar. Je weniger Watt, desto eher übersteuert das Signal bei steigender Lautstärke.

Möchtest du also, lauter spielen ohne dabei den Sound zu verzerren, solltest du auf eine höhere Wattzahl achten. Gitarristen von Doom Bands achten daher häufig auf genug Headroom, um möglichst viel Power und Druck liefern zu können ohne den Sound zu stark zu verzerren.

Combo vs. Topteil & Box

Es gibt zwei Arten von Verstärkern für Gitarristen und Bassisten. Häufig nutzen gerade Gitarrenanfänger eine Gitarrencombo. Das bedeutet, dass der Vorverstärker und die Endstufe gemeinsam mit einer Box in einem zusammen verbaut sind. Der Fender 68 Custom Deluxe Reverb ist z. B. eine begehrte Gitarren-Combo für Gitarristen.

 

Die Vorteile von Combos ist, dass Sie handlicher sind, man kann sie leichter transportieren. Im Proberaum reicht die Leistung meistens auch noch um sich gegen Bass und Schlagzeug durchzusetzen. Auf größeren Bühnen, muss die Combo aber auf jeden fall extra abgenommen werden, so dass der Gitarrensound über die PA verstärkt wird.

Topteile haben ihre Vorstufe und Endstufe zusammen verbaut und müssen dann an eine seperate Box angeschlossen werden. Wenn Bands auf Tour gehen oder größere Konzerte geben, dann haben die Bands normalerweise Topteile und die entsprechenden Boxen mit, da diese Art der Verstärker mehr Power und Leistung bringen und die Lautstärke der Gitarren möglichst hoch ist.

Lautsprechergrößen eines Verstärkers

Die Größen von Lautsprechern werden in Zoll angegeben. Die meisten Größen liegen bei 10 oder 12 Zoll. Eine beliebte Gitarrenbox wie z. B. der Marshall MR 1960 hat 4 Boxen mit den Maßen 12 Zoll Boxen verbaut, häufig wird dies so in den Artikelbeschreibungen geschrieben 4 x 12“.

Generell kann man sagen, dass größere Lautsprecher auch volumenreiche Basstöne schaffen und kleine Lautsprecher besser höhere Töne wiedergeben können.

Wenn du Bass spielst, dann könnte ein Verstärker von Ampeg was für dich sein. Denn beliebte Bass Boxen sind insbesondere die von Ampeg – besonders der unter Musikern gern genutzte “Ampeg Sarg”. Der Ampeg Heritage besitzt 8 x 10” Boxen. Dies bedeutet, dass acht Boxen mit 10 Zoll verbaut sind. Durch die Vielzahl an Boxen erreicht man dadurch einen klaren Bass Sound der nicht nur zu basslastig klingt, sondern auch die hohen Töne schön einfängt. Du benötigst noch einen passenden E-Bass? In unserem Artikel “E-Bass kaufen” hab ich dir die wichtigsten Informationen zum E-Bass Kauf zusammengefasst.

 

Auswahl des richtigen Verstärkers

Kombinierst du nun die Verstärkerarten mit der Wattzahl, der Lautsprechergröße und deinem Spielverhalten, so solltest du nun bereits eine genauere Auswahl deines Verstärkers treffen können. Anbei meine Empfehlungen:

Du spielst nur zu Hause E-Gitarre und benötigst einen Verstärker?

Wenn du Gitarre oder Bass nur zu Hause oder in deinem Zimmer spielst, dann rate ich dir zu dem Fender Mustang I V.2. Der ist perfekt für Anfänger.

 

Du spielst Gitarre in einer Anfänger-Band?


Eine größerer Combo Verstärker reicht für dich aus. Hier empfehle ich dir eine Marshall Combo. Der Marshall Origin 50C könnte was für dich sein:

 

Du spielst größere Auftritte und spielst häufig in einer Band?


Ich empfehle dir den Marshall JCM 800 mit einer passenden MR1960 Box, um auch Live Auftritte ohne Probleme bestehen zu können.

 

Ich hoffe, ich konnte dir in diesem kleinen Ratgeber rund ums Thema „E-Gitarren Verstärker kaufen″ helfen und ich hoffe, du findest den passenden Verstärker für dich. Lass mich wissen, wenn irgendwo Informationen fehlten.

Martin Schulze Weischer
Martin Schulze Weischer

Martin ist der Kopf hinter Wrock und Gitarrist der gleichnamigen Band "Wrock!". Martin spielt einen Randall V2 über eine 1960 Marshall Box.